Wohnung streichen lassen: Kosten und Ablauf

Streichen ist die Arbeit, bei der Angebote am weitesten auseinandergehen. Der Grund ist fast nie die Farbe, sondern das, was vorher passieren muss.

Stand 18. Oktober 2026 · Lesezeit 5 Minuten

Womit du rechnen kannst

Für einen einfachen Wandanstrich nennen Vergleichsportale derzeit etwa 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter Wandfläche inklusive Material, in Ballungsräumen auch bis 20 Euro. Decken liegen meist etwas höher, Lackarbeiten an Türen und Fensterrahmen werden oft pro laufendem Meter abgerechnet. Als Stundensatz werden rund 45 bis 75 Euro genannt. Das sind Orientierungswerte aus öffentlichen Quellen, keine Angebote.

Ein nützlicher Überschlag: Die zu streichende Wandfläche ist grob das Zweieinhalb- bis Dreifache der Wohnfläche. Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung sind das also etwa 200 bis 240 Quadratmeter Wand, Decken noch nicht eingerechnet. Daraus ergibt sich schnell, ob ein Angebot in der richtigen Größenordnung liegt.

Die Vorarbeit ist der Preis

Zwei identisch große Wohnungen können sich im Angebot um das Doppelte unterscheiden, und fast immer liegt es an diesen Punkten: Muss Tapete runter? Sind Risse oder Löcher zu spachteln? Ist die alte Farbe kreidend oder abblätternd, sodass grundiert werden muss? Soll eine kräftige Farbe deckend übermalt werden, was zwei zusätzliche Durchgänge bedeuten kann? Und sind die Decken so rissig, dass ein Vlies sinnvoll ist?

Deshalb bringt ein Foto pro Raum in der Anfrage mehr als jede Beschreibung. Betriebe erkennen daran in Sekunden, womit sie es zu tun haben, und du bekommst Rückmeldungen, die später halten.

Beim Auszug: nur streichen, was wirklich nötig ist

Viele Mietverträge enthalten Klauseln zu Schönheitsreparaturen, und ein großer Teil davon ist nach der Rechtsprechung unwirksam, besonders starre Fristenpläne und Klauseln bei unrenoviert übernommenen Wohnungen. Bevor du eine ganze Wohnung streichen lässt, lohnt sich deshalb ein prüfender Blick in den Vertrag, im Zweifel mit Unterstützung eines Mietervereins.

Unabhängig davon gilt: Wer übergeben muss, braucht einen festen Termin. Zwei bis drei Wochen Vorlauf sind realistisch, kurzfristige Anfragen bleiben oft unbeantwortet. Schreib außerdem dazu, ob die Wohnung leer ist. Leerstehend geht es schneller und damit günstiger.

Altbau in Köln: hohe Decken, alte Untergründe

In Sülz, Ehrenfeld oder Nippes sind Deckenhöhen von drei Metern und mehr normal. Das bedeutet Gerüst statt Leiter und mehr Fläche pro Raum, als man beim Blick auf den Grundriss vermutet. Kommt Stuck dazu, wird mit dem Pinsel gearbeitet, nicht mit der Rolle. Beides gehört in die Anfrage, sonst kalkulieren Betriebe auf Verdacht.

Gleichzeitig lohnt es, Reihenfolgen zu denken: Wenn ohnehin Elektroarbeiten anstehen, gehören sie vor den Anstrich. Und wenn ein Boden neu verlegt wird, kommt er danach. Wer das plant, zahlt einmal statt zweimal.

Häufige Fragen

Muss ich Möbel ausräumen?
Nein. Üblich ist, alles in die Raummitte zu rücken und abzudecken, das macht der Betrieb mit. Besonders schwere oder empfindliche Stücke solltest du in der Anfrage erwähnen.
Wie lange dauert eine 80-Quadratmeter-Wohnung?
Bei normalem Untergrund und leerer Wohnung sind zwei bis drei Arbeitstage realistisch, mit Tapetenentfernung und Spachteln entsprechend länger. Zwischen den Durchgängen muss die Farbe trocknen.
Lohnt sich teurere Farbe?
Bei stark beanspruchten Flächen ja, weil höhere Deckkraft Durchgänge spart und scheuerbeständige Qualitäten länger halten. Lass dir im Angebot nennen, welche Farbe kalkuliert ist, dann kannst du vergleichen.

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